Tollwut

 

Krankheitsbild und Verlauf:

 

Tollwut bei Katzen kommt praktisch nur in Gebieten vor, wo Tollwut bei der wild lebenden Fuchspopulation aufgetreten ist. Vor allem betroffen sind Katzen mit freiem Auslauf in Waldnähe. Nach Kontakt mit einem an Tollwut erkrankten Tier kommt es bei der Katze nach einer Inkubationsdauer von bis zu zwei Monaten zunächst zu Wesensveränderungen, indem zutrauliche Tiere aggressiv und scheue Katzen plätzlich zutraulich werden. Nach wenigen Tagen tritt die Erkrankung in das Stadium der sogen. Rasenden Wut, welche durch Ruhelosigkeit, Muskelzuckungen und Gleichgewichtsstörungen erkennbar ist. Nach zwei bis vier Tagen der rasenden Form zeigen die Katzen Speichelfluss und Würgesymptome. Schlussendlich kommt es zu Krämpfen und Lähmungen und danach zum Tod.

 

Das Virus und die Übertragung:

 

Das Tollwutvirus wird in Europa hauptsächlich durch den Fuchs übertragen. In Gegenden, wo die Füchse nicht mit Tollwut infiziert sind, kommen auch bei Haustieren keine Tollwutfälle vor. In Nord- und Südamerika ist die Situation komplizierter, da dort u.a. auch Waschbären sowie Fledermäuse infiziert sein können.

 

Diagnose und Therapie:

 

Die Verdachtsdiagnose einer Tollwutinfektion kann aufgrund der Krankheitssymptome gestellt werden. Die abschliessende Diagnose lässt sich aber nur am getöteten Tier in Speziallabors stellen. Ein einmal erkranktes Tier lässt sich nicht therapieren.

 

Vorkommen und Bedeutung:

 

In der Schweiz und in weiten Teilen Deutschlands ist die Tollwut kein Thema mehr, da durch die Impfung der Fuchspopullationen die Ausbreitung der Tollwut wirkungsvoll unterbrochen werden konnte.

 

In Gegenden mit Fuchstollwut spielt die Tollwutinfektion der Katze vor allem für den Menschen eine Rolle: Aufgrund jahrelanger Untersuchungen durch die Schweizerische Tollwutzentrale ist bekannt, dass über 75 % der Personen, welche notfallmässig gegen Tollwut geimpft werden mussten, vorgängig durch eine Katze gebissen worden waren. Selbstverständlich waren nicht alle der aggressiven Katzen infiziert. Da man dies aber im Einzelfall nicht sicher weiss, entscheidet man sich für die Impfung der gebissenen Personen.

Der Katze kommt also vor allem im Zusammenhang mit der Gefährdung des Menschen eine grosse Bedeutung zu, aber auch dann nur, wenn es zum Biss kommt und wenn in der betroffenen Gegend Tollwutfälle bei Füchsen eingetreten sind.

 

Impfung:

 

In Gebieten mit Fuchstollwut ist die Impfung von freilaufenden Katzen zu empfehlen. Die Grundimmunisierung besteht aus einer einmaligen Impfung im Alter von mindestens drei Monaten gefolgt von einer Revakzinierung in einjährigem Abstand. (Vorschriften gültig für Deutschland). Bezüglich Mindestalter und Revakzinierungshäufigkeit sind unbedingt die örtlich geltenden Vorschriften der Veterinärbehörden zu berücksichtigen.

 

Andere Massnahmen zur Infektionskontrolle:

 

Das Risiko einer Tollwutinfektion der Hauskatze kann in Gebieten mit Wildtollwut nur dadurch vermindert werden, dass Katzen am freien Auslauf gehindert werden.